In the Ghetto

In the Ghetto

Manila ist dreckig. Wenn man durch die Straßen läuft trifft man auf Ratten und Kakerlaken. >>Irgendwie passt das zu meiner Stimmung<< denke ich, denn in meinem Rucksack befindet sich meine Sterbeurkunde. Ich bin ein Untoter, der durch Slums läuft. „Untot“ deshalb, weil ich noch keine neue Identität besitze. Walking Dead in Asien. Die Übergabe meines lang ersehnten Dokuments hat mich an einen Drogendeal erinnert. Heinrich lief an uns vorbei, nickte mir zu und verschwand in einem Fast Food Restaurant. Wir folgten ihm und er legte die Papiere auf den Tisch. Blöderweise habe ich vor lauter Nervosität vergessen einen coolen Spruch rauszuhauen. >>Wenn man stirbt<< dachte ich >>soll doch noch einmal das ganze Leben an einem vorbei ziehen<< Das war nicht der Fall. Trotzdem bin ich meinem Ziel ein ganzes Stück näher. Meinen neuen Pass und meine Geburtsurkunde hole ich in ein paar Tagen, denn ich will Heinrichs Boss kennen lernen und Heinrichs Boss empfängt einen nicht von jetzt auf gleich.

>>Hier ist unser neues Hotel<< sagt Karina und zeigt auf unser neues Hotel. Ein dreistöckiges, weißes Gebäude. Die Gegend in der wir gelandet sind kann man wohl als Ghetto bezeichnen. >>Ihr müsst leider noch eine Stunde warten, bis ihr einchecken könnt<< sagt die Dame am Empfang. Ich trete vor die Tür und zünde mir eine Marlboro an. Sofort kommen die ersten Kinder auf mich zu und fragen mich aus. Wie heißt du? Wo kommst du her? Was machst du hier? Die Antworten fallen mir schwer, denn „Jan“ gibt es nicht mehr. Der Beweis dafür liegt immer noch in meinem Rucksack. Doch da Walking Dead ab 18 ist und die Kids hier maximal 14 Jahre alt sind, beschließe ich ihnen von dem Leben vor meinem Tod zu erzählen. Meine Anwesenheit spricht sich rum und ich werde von Kelvin begrüßt. Kelvin ist ein 67 Jahre alter Neuseeländer. Ein Aussteiger. >>Ich kam damals wegen der großen Liebe nach Manila<< erzählt er mir >>aber geblieben bin ich wegen der Freiheit, die ich hier habe<< Kelvin lädt unser Team zu einem Bier ein.

Manila ist schön. Wenn man durch die Straßen läuft trifft man auf Kinder und lachende Menschen. >>Irgendwie passt das zu meiner Stimmung<< denke ich, denn ich fühle mich wohl.

Kelvin

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