Abschied nehmen

Abschied nehmen

Die Hochzeit ist schon ein paar Tage her und ich bin wieder nüchtern. Eddis Worte klingen immer noch in meinem Kopf, aber der Flug ist gebucht, eine Stornierung ausgeschlossen, die Zweifel trotzdem präsent. >>Du solltest deine Reise vorbereiten<< denke ich. Also mache ich mich an die Reisevorbereitungen.

Ich sitze vor meinem Computer. Meine Playlist läuft. Hannes Wader, seines Zeichens „Liedermacher“ singt >>So viel von dem was ich mir wünschte, habe ich niemals erreicht<<

Ich denke kurz nach und übernehme die Zeile in meinen Abschiedsbrief. Auch wenn ich nicht nicht zurück kehren möchte, so will ich mir selbst doch eine Atmosphäre aufbauen, um in Stimmung zu kommen. Dazu gehört ein Abschiedsbrief. >>Es sei denn<< denke und sage ich gleichzeitig >>ich „versterbe“ durch einen Unfall. In diesem Fall würde dazu kein Abschiedsbrief gehören<<

Ich schreibe ihn trotzdem. Sicher ist sicher. Unsicher jedoch ist, ob ich ihn jemals einem Menschen zeigen werde. >>Du bist ziemlich gut im Abschied nehmen<< sage ich zu mir selbst, als ich die letzten Worte schreibe. Ich denke dabei an die drei Jahre, die ich zur See gefahren bin. In jeder Abteilung gab es einen ständigen Wechsel der Crew. Dadurch kann man sich an ein „Leb wohl“ tatsächlich gewöhnen. >>Außer bei deiner Oma<< führe ich mein Selbstgespräch fort >>da warst du ziemlich schlecht im Abschied nehmen<<

Ich stelle fest, dass es für pseudophilosophisches Gefasel eigentlich noch ein Bier zu früh ist und beschließe das zu ändern.

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